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Montag, 26. August 2013

Big Heat (Johnnie To, Tsui Hark, Yeung Wah, 1988)

"The hostage asked me why I shot him. I told him the gun misfired. He says he'll sue. These guns are supplied by the UK. Go sue the England."

OT - Seng fat dak ging
Regie - Johnnie To, Tsui Hark, Yeung Wah
Drehbuch - Gordon Chan
Kamera - Chik Kim-Kit
Erscheinungsjahr - 1988
Laufzeit - 98 Minuten


Während man die Einflüsse des jungen Johnnie To hier vor allem in mehr konzeptuellen Methoden und Ideen der Inszenierung wiederfindet, sowie in einem gewissen Sinn für ein etwas melancholisches Darstellen einiger psychologischen Spielereien mit dem Hauptcharakter und seinen Defiziten, entsteht durch die sehr explikative und übertriebenen Gewaltdarstellungen seines Co-Regisseurs eine sehr fühlbare Unausgeglichenheit. Denn obwohl Gewalt in Tos Filmen häufig ein Element ist, verkommt sie nie zu einem Mittel der Befriedigung oder Ausschlachtung abwertender Emotionen. Sie mag zwar meistens stilisiert sein, doch ist sie immer an eine tragische Spannweite, Verzweiflung oder Verlorenheit gekoppelt welche die schwere des Todes nie außer acht lässt (bestes Beispiel sei da sein letzter Film Drug War). Deshalb wirkt der Film in seiner Glorifizierung der drastischen Gewalt oft unpassend inmitten den von To gezeigten Elementen. Wenn man sich jedoch aus diesem Blickwinkel (gerichtet auf To, und wie der Film in seinem größeren künstlerischen Kontext funktioniert) etwas befreien kann, etwas das bei der Gewaltdarstellung nicht unbedingt sein muss, funktioniert der Film aber sehr gut als Teil des Heroic Bloodshed Genres. Wodurch vor allem durch das blut-durchtränkte Ende etwas Sinn für Fatalismus aufkommt und die Gewalt einigermaßen erträglicher macht da sie in einen tragbareren Kontext gerückt wird. Die Geschehen mündet somit nämlich eher in einer Geschichte über Verlierer, anstatt in eine über Gewinner.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Söldner kennen keine Gnade (Tsui Hark, 1980)

"You punks!"

OT - Di yi lei xing wei xian
Int. Titel - Dangerous Encounters – First Kind/Don't play with fire
Regie - Tsui Hark
Drehbuch - Tsui Hark, Cheuk-Hon Szeto
Kamera - David Chung
Erscheinungsjahr - 1980
Laufzeit - 95 Minuten


Ein Rundum wütender und gefährlicher Film in welchem sinnloser Gewalt, geboren aus Langeweile und Hass, in jegliche Richtungen explodiert. Niemand ist in diesem Film sichern und Gewalt wird immer mit mehr Gewalt ausbezahlt. Keine Ausnahmen. Durch unsere Gesellschaft scheint ein Parasit zu schleichen der hier von Tsui Hark nicht mit einem Schrei nach Revolution oder Neubeginn konfrontiert werden will sondern durch einen Schrei blankem Hasses und Hoffnungslosigkeit Ausdruck verliehen wird. Die Tier Szenen hinterlassen einen bitteren Geschmack, aber die generell unglaublich grimmige Energie ist so fast vollkommen singulär im Kino und bleibt selbst nach all den Jahren noch aktuell und leider auch irgendwie Zeitgeist beschreibend. Ein Kino das nicht nach Ausdruck dürstet sondern nach plakativer Attacke. Am Ende bleibt einem Charakter im Film dann also nichts anderes mehr übrig als in manischer Ekstase ganz Hong Kong (welches respektive für unserer Gesellschaft steht) per Schnellfeuer Waffe anzugreifen um somit den Film mit ebenso schnellen sowie brutalen Schnitten von aktuellen Zeitungsnachrichten zu beenden. Der Film wurde damals natürlich sofort Verboten und durfte nur in die Kinos kommen nachdem Tsui den Film umgeschnitten hatte. Die Anti-soziale Attitüde des Films hat den Behörden damals zu viel Angst gemacht. Zu recht.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Wir kommen und werden euch fressen (Tsui Hark, 1980)

"I have syphilis!" "Me too."


OT - Di yu wu men
Int. Titel - We're going to eat you
Regie - Tsui Hark
Drehbuch - Tsui Hark und Roy Szeto
Kamera - Hung Chuen Lau
Erscheinungsjahr - 1980
Laufzeit - 90 Minuten


Unglaublich vitales Genrekino das sich nicht unter dem Schutzmantel schon vorhandener Gattungen und Stilmittel verstecken möchte. Fälschlicherweise oft einfach als Splatter klassifiziert und damit sofort abgeheftet ist der Film mit dem passenden Titel "Wir kommen und werden euch fressen" der zweite Schritt von Tsui Hark in Richtung der Neuauslegung sowie -belebung des Hong Kong Kinos, auch bekannt als die New Wave Hong Kongs. Wo sein erster Spielfilm "The Butterfly Murders" (oder hier in Deutschland auch unter dem irrsinnigen Namen "Die Todesgrotte der Shaolin" bekannt) schon eine wilde Mischung auf bekannten Martial Arts Mustern in Verbindung mit einem Whodunit Plot samt letztendlicher Entschlüsselung des Mysterium (wie man es aus dem westlichen Kino kennt) war, machte Tsui Hark aus diesem Film eine (dunkle) Komödie mit Kannibalen. Ein wilder Klamauk der weniger mit blutigen Geschmacklosigkeiten überzeugen will sondern sich eher auf sein satirisches Überzeichnen und seine spaßigen Choreographien fokussiert. Und das funktioniert.