Donnerstag, 29. März 2012

Freitag, 23. März 2012

The Terrorizers (Edward Yang, 1986)

"I feel I`ve used up all of my emotions."

Regie - Edward Yang
Drehbuch - Edward Yang, Hsiao Yeh
Kamera - Chang Chan
Erscheinungsjahr - 1986
Laufzeit - 109 Minuten



Bücher sind Bücher, kein Grund sie mit der Realität zu verwechseln. Diesen Satz sagt einer der Charaktere, eine mehr oder wenig unglücklich verheiratete Schriftstellerin, in der ersten Hälfte des Filmes. Sie will ihrer Jugendliebe, mit welcher sie gerade im Bett liegt, sagen das er ihr geschriebenes nicht so ernst nehmen soll da dieser wie sie erfährt durch eines ihrer früheren Bücher angeblich erkannte wie sehr sie unter seiner damaligen Heirat mit einer anderen Frau litt. Er soll Fiktion nicht mit Realität verwechseln. Eine Aussage welche man durchaus als Leitmotiv für den Film benutzen kann wenn man möchte. Eine Aussage von welcher auch die sie ausgesprochen hat nicht unverschont bleibt. So ist es doch ein Anruf, der Streich, eines Mädchens an unsere Schriftstellerin und die Konsequenzen aus den herausgehörten Anschuldigungen gegen ihren Mann welche einen Großteil der Aktionen im Film in Bewegung setzt. Kann sie doch nicht von der erfundenen Geschichte des Mädchens, das ihr Mann fremdgeht, ablassen. Bringt es doch Zweifel und Probleme in ihr hoch welche sie mit ihre Ehe hat. Probleme welche selbst nach dem sie erfährt das es wohl nur ein Strich wahr nicht verschwinden sondern wachsen. Sie hat also die Fiktion nicht mit der Realität verwechselt aber wurde dennoch enorm von ihr beeinflusst. Genauso wie der junge Amateur Photograph welcher bei einer Schießerei, welche den Film einleitet, ein Mädchen auf der Flucht photographiert. Er ist fasziniert von ihrem Gesicht und hängt dies bei sich in überlebensgroße an die Wand. Doch wird seine Version, seine Fiktion, sein nie ausgesprochenes oder überspitztes Verlangen nach diesem Mädchen von der Realität subtil gebrochen als er sie kennenlernt. Fiktion nicht mit Realität verwechseln. Edward Yang zeichnet mit seiner schon damals sehr vielfältigen Feinfühligkeit ein Bild einer Gruppe von Menschen im Limbo zwischen Großstadt Dschungel und innerer ennui, allesamt miteinander verbunden, alle miteinander das Leben des nächsten am beeinflussen. Und wie der Name des Films es schon treffend formuliert wird es in keinen der Fälle ein positiver Eingriff in das Leben des anderen sein. The Terrorizers ist ein Film der nicht aufdrängt, trotz seiner Schlagfertigkeit und seiner extreme gegen Ende hin. Er teil seine Geschichten aus einander, fragmentiert Szenen und lässt sie in einander übergehen. Ganz im Sinne der Welt und den Probleme in welcher sich die Personen befinden. Edward Yang "erzählt" also nicht wirklich seine Geschichte sondern zeigt uns dessen Überbleibsel für uns zu fühlen und arrangieren.

Sonntag, 11. März 2012

Edward Yang and a matter of perspective



Etwas in seiner augenscheinlichen Gesamtheit betrachten zu können...



....heißt nicht das selbiges für uns wirklich klar zu sehen ist.
 
 
The Terrorizers (Edward Yang, 1986)

Samstag, 10. März 2012

Just an image #2

Der Mann aus London (Bela Tarr und Ágnes Hranitzky, 2007)






Montag, 5. März 2012

Almanc of Fall (Bela Tarr, 1984)

"I don't think anything."


OT - Öszi almanach
Regie & Drehbuch - Bela Tarr
Kamera - Buda Gulyás, Sándor Kardos, Ferenc Pap
Erscheinungsjahr - 1984
Laufzeit - 119 Minuten



Almanac of Fall ist ein besonderer Film für Bela Tarr. In seiner gesamten Karriere hat er nur drei Filme in Farbe gedreht. Eine Karriere welche wenn man sie in Farben rekapitulieren möchte gewiss ohne zu zwinkern die beiden extremen Enden des Spektrums nennen wird um genau dies zu tun. Kaum ein Regisseur beherrscht diese zwei Farben und ihre Variationen zu- und miteinander so schön wie er. Da scheint es fast schon Ironisch das er mit Almanac of Fall, er der Meister der zeitgenössischen schwarz-weiß Photographie, einen der farbigsten Filme des zeitgenössischem Kinos gemacht hat. Die Palette an Farben mag sich zwar auf blau, rot, gelb und grün spezialisieren doch werden mit ihnen die Leinwand, Räume und Charaktere so überflutet wie selten zuvor gesehen. Keine Ecke seiner Bilder ist da freigestellt. Allein deswegen fällt es mir wahrscheinlich leichter diesen Film hier als genau das zu bezeichnen wo ich bei Damnation noch so meine vorbehalte hatte wegen dessen schon sehr ausgeprägtem singulären Stil. Almanac of Fall ist nämlich genau das was man als einen Übergangsfilm bezeichnen könnte, wenn man dies denn will und nicht Negativ verwenden wird. Weg ist die harte dokumentarische on-the-fly Komposition seiner Vorgänger und Erstlinge. Ausgetauscht sind diese durch starr aufgeteilte, anhaltende Einstellungen. Hat Tarr zwar schon mit seiner zuvor entstandenen, für das Fernsehen produzierte Umsetzung von Hamlet, mit langen, exakt durchkomponierten Einstellungen experimentiert (Hamlet besteht nämlich aus ganzen 2 Einstellungen - Eine fünf Minuten, die andere 67 Minuten lang) und seinen Gefallen an dem ausdehnen der Tiefe des Raumes gefunden so ist es Almanac of Fall welcher ein sogenannter Schnittpunkt ist. Hier Überlappen sich die alten Ideologien mit den neuen filmischen Tendenzen. Der Fokus auf die Individuen und die möglichst realistische sowie daraus angeblich einhergehende unverfälschte Darstellung dessen höchst komplexen Emotionen welche er, wie in seinen ersten Filmen, als etwas nach außen heraus projizierendes, durch verbale und körperliche Explosionen geformtes sieht trifft die nun neu gefundene kontemplative Kamera die in ihrer Form ganz andere Ziele verfolgt. Dies kann man dann auch als einzigen, jedenfalls aus meiner Sicht her, nachvollziehenden Streitpunkt sehen ob diese zwei Parteien sich jetzt nun wirklich so gut miteinander verstehen oder ob das viele Gerede der Personen dem Bilde vielleicht doch die Wirkung nimmt. Die Farbgestaltung ist aber einfach zu entzückend in ihrer Intelligenz als das man dem Film viel übel nehmen kann. Da hat sich Tarr wirklich Gedanken gemacht und spielt nicht nur herum sondern weiß es geschickt das Innenleben aller Beteiligten heraus zu kolorieren. Schöner Film. Fertig-Aus.