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Sonntag, 4. Dezember 2011

Melancholia

It's the End! Really?

Regie & Drehbuch - Lars von Trier
Kamera - Manuel Alberto Claro
Erscheinungsjahr - 2011
Laufzeit - 136 Minuten



Das Problem von Melancholia, oder besser ausgedrückt mein Problem mit Melancholia(man will ja nicht ins Absolute abdriften) war zu größten Teilen von Triers fehlender Wille zur Reflexion sowie den dargestellten Menschlichen Schwächen mit formgerechtem Verständnis entgegenzutreten. Jetzt nicht falsch verstehen, mehr als einmal war ich vollkommen überrascht und erstaunt wie sehr er die so dringende Individuelle Perspektive in all der ausufernden Tragik des drohenden dahinscheiden zu bewahren wusste. Nur lässt er diesen Momenten in denen seine Ideen wirklich nach außen wachsen kaum Raum. Als Zuschauer hat man dann immer damit zu Kämpfen seine eigenen Gedankengänge vor von Triers Hektik zu schützen. Vor seinem nicht Vorhandenen Vertrauen gegenüber seiner Kunst, deren Ausdruck und vor allem dessen Wahrgenommener Stärke. Seinen Bildern haben keine Zeit zum Atmen, sie bleiben Plastisch und verwertbar in ihrer eigenen Bedeutung was in all der Weltuntergangsdramatik die größte Tragik im Film ist. Das hat zur folge das Melancholia es durchaus schafft das ich sehe was er mir mitteilen will nur fühle ich dies auf keine essentiellen und mir wichtigen Ebene. Also nicht nur auf einer für diese Thematik trivial emotionale sondern auch intellektuell, filmisch formbarer bleibt der Mehrwert, mir zumindest, verschlossen. Das soll nicht heißen das ich es nicht Respektiere was von Trier hier versucht, ganz im Gegenteil es braucht durchaus einiges an innerer Kraft seine eigene Persönlichkeit so durch und durch in seiner Kunst zu destillieren, nur waren seien Ambitionen da einfach größer als seien Fähigkeiten es zuließen.




Freitag, 30. April 2010

Antichrist Review

"Nature is Satan's church."



Feminismus und Religion. Zwei Begriffe die nicht wirklich zusammen passen. War es doch eine Frau die, laut der Bibel, daran Schuld ist das die Menschen aus dem Paradies verdammt worden sind. Sie ist das schwache Geschlecht das die Sünde über den Mann gebracht hat. So begann der Weg der Frau die unter die Starke Hand des Mannes muss damit er das Böse in ihr Kontrollieren kann. Nun nimmt sich der Visuelle Theologe Lars von Trier dieser Thematik an um die Geschichte des Buches Genesis auf seine Weise zu Interpretieren.

Auf einer Tafel mit Kreide geschrieben sehen wir die Worte: Lars von Trier. Antichrist. Prolog. Unterstützt mit einem Dumpfen Sound werden wir nun in die Welt von Antichrist geworfen. Eine Welt in der das Chaos Regiert. In einer pathetischen schwarz Weiß Szene die in Extremer Zeitlupe abläuft wird im Prolog ohne Worte nur mit der Musik von Händle unterlegt, die Prämisse gezeigt. Zwei Menschen beschäftigt mit ihren Sexuellen Handlungen während ihr Kind, welches frappierende Ähnlichkeit mit dem Regisseur hat, in den Tod fällt (springt?). Was in den nächsten Kapitel zu sehen ist wohl am Besten mit den Kapitel-namen zu beschreiben: Trauer, Schmerz, Verzweiflung. Alles gezeigt und gespielt mit einer selbst-zerstörerischen Wut und Authentizität von Charlotte Gainsbourg. Wie gesagt: Das Chaos regiert. Aber was will man den erwarten von einem Paar das gerade ihr Kind verloren hat: Trauer, Schmerz, Verzweiflung.

Von Trier therapiert sich mit diesem Film selber. Mehr noch als ein Film für uns die Zuschauer ist Antichrist ein Film für Lars von Trier was man sehr oft merkt. Doch was ihm hilft bereitet uns Kopfzerbrechen. Antichrist hat ihn vielleicht von seiner Depression geheilt stürzt uns den Zuschauer aber genau in so eine. Denn der Film ist alles andere als Einfach, Intention oder Sinn danach wird man lange und ausgiebig suchen, ganz einfach weil der Film eine solche Wucht ist das er einen nicht mehr aus seinen Griffe los lässt. Eine Eigenschaft die der Film dann doch mit seinem Vorbild Andrei Tarkowski gemeinsam hat.

Eine Frage die mich am Meisten stört muss ich aber noch ansprechen. Wie soll man so "Etwas" nach normalen Standards denn bewerten? Am Anfang hab ich mir einfach gesagt ich lasse die Bewertung weg, würde ja sowieso nicht über den Film aussagen. Je länger ich jedoch darüber nachdenke bleibe ich auch bei dieser Endscheidung. Das soll jetzt aber beim besten Willen nicht bedeuten das Antichrist das Maß aller Dinge und die Kinorevolution ist, er hat Fehler und ist bei weitem nicht perfekt aber eine Wertung für diesen Film?
Ach vielleicht nach einem weiterem Sichten aber im Moment will ich das einfach nicht. Egoismus ist nun mal schon was schönes nicht wahr Herr Trier ?

Wertung - ???%