Samstag, 14. Dezember 2013

Gravity (2013, Alfonso Cuarón)

"Either way, it's going to be one hell of a ride."

Regie - Alfonso Cuarón
Drehbuch - Alfonso Cuarón & Jonás Cuarón
Kamera - Emmanuel Lubezki
Erscheinungsjahr - 2013
Laufzeit - 91 Minuten


Im Kern ist Gravity eigentlich ein recht simpler Film. Es geht um eine Frau die innerlich verloren ist aufgrund eines tragischen Vorfalls und auf der Erde nur noch ziellos umherfährt, da sie mit ihrem Schmerz (dem des Lebens und seiner unweigerlichen Verluste) nicht umgehen kann. Diese innerliche Ziellosigkeit wird nun von Cuaron gewaltvoll nach außen gezerrt, als Projektionsfläche seiner Überwältigungs-inszenierung sowie einiger metaphorischen Plattitüden. Denn auch hier, weit weg von den irdischen Problemen, verliert sich die Frau aufgrund eines katastrophalen Unfalls in ein zielloses Bewegungsschema. Sie wird so hilflos wie ihr Kind, getrieben von Kräften welcher sie sich nicht mächtig machen kann. Doch nicht nur ihr ergeht es so. Auch die Kamera hat kein Ziel, sie dreht sich um das Geschehen, taucht in es hinein, sieht durch die Augen eines anderen Menschen ohne wirklich zu wissen warum. Der Affekt bleibt hierbei groß, die Emotionen aber flach. Die Form bildet hierbei keine eigene Intelligenz und verrät die eigenen Intentionen viel zu häufig. Erst wird das Ganze zelebriert, der (unendliche) Raum wird strukturiert in einzelnen Einstellungen, doch später kehrt alles wieder zu zahmen Methoden der Filmtechnik zurück ohne wirkliche Bedeutung zu erlangen. Im Endeffekt geht es aber auch kaum um die tiefere Penetration von irgend einem Thema, Bilder wie die nun oft genannte Fötus Symbolik oder Szenen in welchen der ziellose Mensch von einer Vielzahl von Strängen vor dem sicheren Tod bewahrt wird (wie eine Marionette also aufgehalten von etwas Höherem), solche visuellen Signale bleiben eben genau dies - Signale. Einfache Elemente zur einfachen Geschichtsgestaltung die ihren Wert mehr im temporären Affekt sehen. Eine fesselnde Überlebensgeschichte ohne Zweifeln aber eben auch nur dies. Das muss aber natürlich nicht immer schlimm sein.

1 Kommentar:

filmkompass hat gesagt…

Inhaltliche Schwäche können auch die schönsten Bilder nicht ausgleichen. Visuell mag GRAVITY ein Meilenstein sein, auf der narrativen Ebene aber nicht. Die Story hangelt sich von Ruhephase über eine kurze Actionphase zur nächsten Ruhephase und so geht es weiter bis zum Filmende.

Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2013/10/05/gravity-o-2013/